Abendandacht Nr. 86


Guten Abend,

wie kann ich Gott im Alltag erleben?

Ich wollte meinen ersten Kuchen backen – wie mache ich das? – Eine Backmischung war die Rettung.

Gibt es da ein Schema, eine Anleitung, wie ich Gott im Alltag erfahren kann?

  • 6 Monate ging ich in den Jugendkreis - 14.September 1985 – weitreichender Autounfall

  • „Gott, ich sehne mich danach, dass ich DICH im meinem Leben erfahre!“

Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich, der HERR. Jeremia 29,13.14

Christsein ist keine Religion, sondern lebendige Beziehung mit Gott – ER ist da.
Christsein ist so viel mehr als nur Kirche und etwas total Antiquiertes – Kraftquelle

Große Frage ist: will ich nur im Leben glauben oder wirklich im Glauben leben?

Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein. Apg.1,8

Ich weiß, dass das mit sogen. „geistlichen Erfahrungen“ nicht immer leicht ist. Manches wird vergeistlicht, manches wird als „reiner Zufall“ herabgewürdigt.

In einer fränkischen Zeitung erschien vor einiger Zeit eine Anzeige mit folgendem Wortlaut: „Ich danke Gott und dem Opelfahrer, der am (Datum) auf der Bundesstraße 365 mein falsches Überholen durch geschicktes Bremsen ausgeglichen und mir so das Leben gerettet hat!“
3 Tage später erschien in derselben Zeitung an gleicher Stelle eine neue Anzeige, die so lautete: „Noch einmal Schwein gehabt! -– Der Opelfahrer.

Verstehst du, der eine sieht darin Gottes Handeln Eingreifen, der Andere nur den Zufall – in Allem was mir passiert, auch im Schweren, handelt Gott.

Darum ist mir Jesus ein so großes Beispiel. Sein irdisches Leben eine einzige dauerhafte Erfahrung von Gottes Handeln. An vielen Stellen in den Evangelien, also den Lebensberichten vom Leben Jesu heißt es, dass ER schon „vor Tagesanbruch zum Beten ging“ oder „dass ER in die Stille zum Beten ging“

„Das herausragende Merkmal am Leben von Jesus als Mensch auf dieser Welt war seine absolute Abhängigkeit von seinem Vater im Himmel. Das herausragende Merkmal eines Christen soll seine totale Abhängigkeit von Christus sein!“ H.-P. Royer

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.   Johannes 15,5

Nicht mehr „ICH für ihn“, sondern „ER durch mich“!

Viele gestresste, deprimierte oder mit schlechtem Gewissen belastete Christen.

  • Ich krieg´ das neben dem Job + Familie einfach nicht hin

Ich hab diese Woche mein Hochbeet bepflanzt, weil die Salatsetzlinge trieben. Das wäre doch bescheuert von mir gewesen, wenn ich die Wurzeln abgerissen hätte, so nach dem Motto: „Ich will große Salatblätter, doch kein Wurzelgeflecht!“ Allen Hobbygärtnern ist klar, dass eine bedingt ja das andere.

Wenn du dich fragst, wie du Gott in deinem Alltag erfahren kannst - lerne davon.

Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Brot Brechen (Abendmahl) und das Gebet. Apg.2,42

Wurzelwachstum - Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel

  • Wissen (Glauben begründen)
  • Leben (Glauben praktizieren)
  • Anteil geben und Anteil nehmen => Pinguine im Kreis drehen im Sturm
  • Brot brechen – ich lebe aus der Vergebung - selbstlose Liebe Jesu
  • Gebet – „wann hast du zum letzten Mal erlebt, wie Gott Gebet erhört?“

Das finde ich das Spannende und Herausragende am christlichen Glauben, dass ich durch den Heiligen Geist Gottes Präsenz in meinem Leben habe.

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt; wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen; und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

„Herr mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens“.

Das Erste, was in diesem Gebet meine Aufmerksamkeit weckt, ist das Wort „Werkzeug“. Ein Beter will Werkzeug in Gottes Hand sein. Werkzeug schafft nicht selbstständig. Jemand nimmt es in die Hand und arbeitet mit ihm: Der Zimmermann mit der Säge, der Friseur mit der Schere. Werkzeuge werden benutzt. Andere schaffen mit ihnen. Gott will dich gebrauchen.

Ich lebe überall in der Gegenwart Gottes, egal was ich tue und lasse. Jesus hat uns das vorgelebt, in dieser bewussten Abhängigkeit zu Gott zu leben und aus dieser engen Verbundenheit heraus das Leben und die Begegnungen zu gestalten.

Nicht mehr ich bin es, der lebt, nein, Christus lebt in mir. Und solange ich noch dieses irdische Leben habe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sich selbst für mich hingegeben hat.


Euer

Bild "Abendandachten:lrappus.JPG"