Abendandacht Nr. 90


Guten Abend,

„Das habe ich auf dem Schirm!“ Diesen Satz sagt man, wenn man ausdrücken will, dass man an etwas denkt, auf etwas achtet oder es nicht vergessen will.

Diese Redewendung stammt aus der Flugraumüberwachung. Da geht es darum, dass die Leute auf dem Tower alles auf dem Radar oder dem Bildschirm haben, was sich in der Luft um sie herum bewegt.

In unserem Leben geht es ja auch ganz oft um die Frage, „ob wir das auf dem Schirm haben oder hatten“. Meistens sind das entweder schöne oder schwierige Überraschungen, die wir in dieser Form nicht erwartet hatten. Mit tragischen Momenten will und muss man auch nicht rechnen. Trotzdem tauchen sie plötzlich und unerwartet auf unserem Lebens“schirm“ auf.

Für mich ist es sehr wichtig und tröstlich zu wissen, dass wir einen Gott haben, der wirklich alles im Blick hat. Auch die weiter andauernde Corona-Situation.

Noch viel schöner ist es, dass ER mich und auch Dich auf dem Bildschirm hat. Ja, Gott hat uns im Blick. Ich bin nicht alleine mit mir und meinem Leben. Da ist der Gott, der mich sieht. ER weiß um meine Flugbahnen, Bruchlandungen, Fehlzündungen, Kapriolen, meine verrutschten Ladungen und verzweifelten Neustarts.

Jede und jeder von uns hat sehr viele Situationen zu bedenken:

  • Wir wissen um Alltage und um Feiertage.
  • Wir wissen, wo uns der Schuh drückt. Wer uns mag und wer uns nicht mag.
  • Wir haben den Urlaub im Kopf und dienstliche Herausforderungen kommen auf uns zu.

Ich habe kurz beim Schreiben dieser Andacht angehalten und für mich überlegt, an was ich gerade alles denke und was ich gerade alles auf dem „Schirm“ habe. Da kam ganz schön viel zusammen. Habe ich bei alledem auch Gottes Handeln im Blick? Habe ich den großen Gott in meinen Gedanken, der mir Gutes tun will und der mir Schutz und „Schirm“ sein möchte?

In Psalm 91, 1+2 steht: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“

Habe ich für mich verinnerlicht, dass ich unter SEINEM Schirm bin? Natürlich spricht der Psalm von einem ganz anderen Schirm, als die Mitarbeiter des Flughafentowers. Es geht um einen Schutzschirm vor Regen oder Sonne und vor all dem, was so auf mich einprasselt und –strahlt. Aber nimm doch heute beide Schirme mit in dein Leben.

1.) Gott hat dich auf dem Schirm Seiner Liebe und

2.) du bist sicher unter Seinem Schirm geschützt.

Paul Gerhardt hat Folgendes zum Psalm 91 gedichtet:

„Wer unterm Schirm des Höchsten sitzt, der ist sehr wohl bedecket, wenn alles donnert, kracht und blitzt, bleibt sein Herz ungeschrecket; er spricht zum Herrn: Du bist mein Licht, mein Hoffnung, meine Zuversicht, mein Turm und starke Feste. Du rettest mich vons Jägers Strick und treibst des Todes Netz zurück und schützest mich aufs Beste.“

Wer so bedacht und beschirmt ist, ist jemand, der auch anderen einen Platz unter seinem Schirm geben kann.


In fröhlicher Schirmherrschaft Gottes,

Lothar Rapp / Ideengeber Jörg Kresse


Mit herzlichen Grüßen

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