Abendandacht Nr. 84


Guten Abend,

während einer der großen Hungersnöte in Irland verfassten einige Familien einen Brief an ihren Pachtherrn. Sie schilderten, dass sie absolut kein Geld hätten, die Pacht zu begleichen und beknieten ihn, dass er ihnen die Schuld erließe. Der Pachtherr war Andrew Robert Fausset, geboren 1821 in der Nähe von Enniskillen in der Grafschaft Fermnagh in Irland. Er lehrte am Trinity College in Dublin und wirkte 51 Jahre lang als Pfarrer von St. Cuthbert in York, England.

In seinem Antwortschreiben schrieb der Kleriker, dass es vollkommen unmöglich sei, diese Schuld zu erlassen. Das wäre ein schlechtes Beispiel. Die Schuldner müssten jeden einzelnen Penny bezahlen.

„Aber“, schrieb er, „ich lege etwas bei, das Ihnen möglicherweise helfen wird.“ Es war ein Scheck über einen sehr hohen Geldbetrag – weit höher als alle ihre Schulden zusammengenommen.

Was für einen Sprung müssen ihre Herzen gemacht haben, als sie das Wort „aber“ lasen. „Aber“ ist ein mächtiges Wort, wenn man in Schwierigkeiten, Prüfungen oder Versuchungen steckt, weil uns plötzlich ein Ausweg aus der Misere oder eine neue Wirklichkeit vor Augen gestellt wird.

Auch Gott hat ein solches lebensveränderndes und überraschendes „Aber“ in die Welt hineingesprochen. Dieses „Aber“ bringt die ganze Leidensgeschichte, Liebe und Hingabe Jesu herrlich auf den Punkt. „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt!“

Dieses göttliche „Aber“ ermöglicht den einzigen Weg aus der Misere unserer Schuld und Sünde. Wo sonst nur der Tod, als Folge des Ungehorsams gegen Gottes Willen, stand, eröffnet sich eine unverdiente Alternative. ER für mich.

Gott ist gerecht und heilig. ER kann Sünde nicht einfach übergehen, hinnehmen oder vertuschen. Sie muss ernstgenommen und bestraft werden. „Aber“ auf der anderen Seite ist Gott barmherzig, gnädig und voller Liebe.

So fordert ER die Begleichung der Schuld und zahlt selbst den Preis dafür. Aber so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.

Die große Frage, die sich mir und dir stellt: „Was mache ich mit dem Angebot, das Gott mir anbietet?“

Nimm dir doch heute Abend mal die Zeit, um über diese Frage nachzudenken.


Mit herzlichen Grüßen,

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